Preiserhöhungen gehören vermutlich zu den Dingen, die niemand besonders gern kommuniziert — weder auf Käufer:innen- noch auf Künstler:innen-Seite. Trotzdem möchte ich offen darüber sprechen, warum sich die Preise meiner Linoldrucke ab jetzt verändern werden.
Die letzte Anpassung gab es im Januar 2024. Seitdem sind allerdings die Materialkosten stark gestiegen: Papier, Druckfarben, Verpackungsmaterialien, Verpackungs- und Recycling-Lizenzen, anderer rechtlicher Krimskrams (von denen auch Kleinstunternehmen leider nicht verschont bleiben) oder auch einige Werkzeuge kosten inzwischen deutlich mehr als noch vor zwei Jahren. Lange konnte ich das auffangen, ohne etwas zu verändern, aber irgendwann kommt der Punkt, an dem es schlicht nicht mehr realistisch ist.
Mir war dabei wichtig, kein undurchsichtiges „Pi mal Daumen“-Preissystem einzuführen, sondern eine Lösung zu finden, die nachvollziehbar und fair bleibt — für dich und für mich.
Wenn ich ehrlich bin, sind die Preise vermutlich sogar deutlich fairer für dich als für mich selbst, denn meine Arbeitszeit rechne ich bis heute überhaupt nur zu einem kleinen Teil mit ein. Gerade beim Linoldruck steckt unglaublich viel Zeit in jedem einzelnen Motiv: Entwurf, Schnitzen, Probedrucke, Farbabstimmung, Drucken, Trocknen, Signieren, Verpacken, in den Shop stellen … und das alles oft für sehr kleine Auflagen. Würde ich den tatsächlichen Zeitaufwand realistisch kalkulieren, müssten viele meiner Drucke vermutlich mehr als das Dreifache kosten. Mir ist trotzdem wichtig, dass handgedruckte Kunst für möglichst viele Menschen bezahlbar bleibt und nicht zu etwas wird, das sich nur wenige leisten können.
Ein transparenteres Preissystem für meine Drucke
Ab jetzt orientieren sich die Preise meiner Linoldrucke vorallem an zwei Dingen:
- dem Format
- der Anzahl der verwendeten Farben
Für die Formate A5, A4 und A3 gibt es jeweils einen Grundpreis. Dieser gilt immer für einen einfarbigen Druck.
Bei mehrfarbigen Drucken kommt pro zusätzlicher Farbe jeweils ein Farb-Aufschlag hinzu.
Das bedeutet konkret:
- 1 Farbe = 1x Grundpreis
- 2 Farben = 1x Grundpreis + 1x Farb-Aufschlag
- 3 Farben = 1x Grundpreis + 2x Farb-Aufschläge
- usw.
Warum das sinnvoll ist? Mehr Farben bedeuten beim Linoldruck nicht einfach nur „mehr bunt“, sondern oft zusätzliche Druckplatten, mehr Arbeitsgänge, mehr Trocknungszeit, mehr Materialverbrauch und deutlich mehr Aufwand beim exakten Drucken der einzelnen Farbschichten.
Mit diesem System wird die Preisgestaltung transparenter und orientiert sich ein bisschen mehr an der tatsächlichen Arbeit hinter jedem Druck.
Was sich bei den DIY-Sets verändert
Bei den DIY-Sets konnte ich das bisherige Preisniveau größtenteils beibehalten. Nur das Starter-Set musste um 1 Euro teurer werden.
Dafür habe ich mich entschieden, an einer anderen Stelle kleine Anpassungen vorzunehmen: Statt bisher 100 g Farbe liegen den Starter-Sets künftig 60 g Farbe bei.
Ganz ehrlich? Für die meisten ersten Druckversuche reicht das trotzdem vollkommen aus. Mir war wichtig, die Sets weiterhin möglichst niedrigschwellig und erschwinglich zu halten, gerade für Menschen, die Linoldruck einfach erst einmal ausprobieren möchten.
Danke, dass du handgemachte Kunst unterstützt
Jeder einzelne Druck entsteht hier weiterhin von Hand: vom ersten Entwurf über das Schnitzen bis zum Drucken, Verpacken und Verschicken. Dass so viele Menschen diese Arbeit wertschätzen und bewusst kleine Künstler:innen unterstützen, bedeutet mir wirklich viel.
Und auch wenn Preiserhöhungen nie schön sind: Ich hoffe, dass die Veränderungen durch die transparente Struktur nachvollziehbar bleiben.
Danke, dass du hier bist. ❤️


